Über den Kerndatensatz

Der „Kerndatensatz Forschung” (KDSF) für das deutsche Wissenschaftssystem ist eine Spezifikation von Standards, die eine harmonisierte Erfassung und Vorhaltung von Forschungsinformationen über Forschungseinrichtungen in Deutschland hinweg ermöglichen sollen. Der Kerndatensatz Forschung ist ein freiwilliger Standard für die dezentrale Verarbeitung von Forschungsinformationen und ein Austauschformat (somit kein „Datensatz” im eigentlichen Sinne). Er enthält Vorschläge für Forschungsinformationen von übergreifender Relevanz sowie deren Definitionen und keine Kennzahlen oder Indikatoren.

Forschungsinformationen sind Informationen zu Forschungsaktivitäten von Forscher*innen, Gruppen von Forscher*innen oder ganzen Forschungseinrichtungen – wie etwa Angaben zu Beschäftigten, Nachwuchsforscher*innen, Drittmitteln, Patenten oder Publikationen.

Detailinformationen zur Kerndatensatzspezifikation und ihrem Aufbau finden Sie an dieser Stelle.

Weitere Informationen

Über den Kerndatensatz Forschung (KDSF) soll ein Prozess in Gang gesetzt werden, der zu einer effizienteren Gestaltung der Berichtslegungsprozesse im deutschen Wissenschaftssystem und zu einer erhöhten Datenqualität führen soll.

Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen verarbeiten heute vielfach Informationen für Berichte an bspw. Wissenschaftsministerien und Zuwendungsgeber, statistische Ämter, den Wissenschaftsrat, Organisationen zu Erstellung von Rankings und Ratings, Akkreditierungsagenturen oder zur Durchführung der leistungsbasierten Mittelzuweisung. Auch die Entwicklung interner Steuerungsinstrumente und Indikatoren für Zwecke des Controllings und der Kommunikation ist auf Forschungsinformationen und die Aufbereitung der entsprechenden Daten angewiesen.

Diese vielfältigen Verarbeitungszwecke für Forschungsinformationen und das Fehlen von übergreifenden Standards haben dazu geführt, dass ähnliche Informationen in Forschungseinrichtungen oftmals parallel in unterschiedlichen Formaten vorgehalten, verarbeitet und ausgetauscht werden. Dieser Umstand bedeutet einen hohen Verarbeitungsaufwand und begünstigt ineffiziente sowie intransparente Prozesse. In Ermangelung von Standards sind Forschungsinformationen häufig nur eingeschränkt über verschiedene Forschungseinrichtungen vergleichbar und aggregierbar. Auch ist die Qualität der entsprechenden Daten und Informationen schwer zu beurteilen.

Die KDSF-Standardspezifikation enthält Vorschläge sowohl für die Elemente – d.h. die als relevant erachteten Forschungsinformationen –, als auch für die jeweiligen Definitionen und Datenformate.

Sie ist in sechs Bereiche strukturiert: (1) Beschäftigte, (2) Nachwuchsförderung, (3) Drittmittel und Finanzen, (4) Patente und Ausgründungen, (5) Publikationen und (6) Forschungsinfrastrukturen. Der Kerndatensatz Forschung ist in einen Kern und eine Schale unterteilt. Von jeder Forschungseinrichtung können die grün markierten Kerndaten berichtet werden. Violett gekennzeichnete Elemente der Schale sind nur für bestimmte Fächer oder Typen von Forschungseinrichtungen relevant.

Detailinformationen zur Kerndatensatzspezifikation und ihrem Aufbau finden sich an dieser Stelle.

Der Kerndatensatz Forschung richtet sich sowohl an Dateneigner*innen – d.h. Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, die ihre Datenverarbeitung an den Standard anpassen –, als auch an Datennutzer*innen – berichtsnachfragende Organisationen wie bspw. Zuwendungsgeber oder Wissenschaftsministerien, die ihre Abfragen von Forschungsinformationen an der Standardspezifikation orientieren. Um als Standard einsetzbar zu sein, enthält der Kerndatensatz Forschung vielseitig anpassbare Kerndaten, allerdings keine Indikatoren oder Kennzahlen. Die Konstruktion sinnvoller und tragfähiger Kennzahlen oder Indikatoren auf Basis des Kerndatensatz Forschung obliegt vielmehr den berichtsnachfragenden Einrichtungen.