Online-Konsultation

Im Rahmen seiner Aktivitäten zur Weiterentwicklung des KDSF hat der Helpdesk im Juli 2020 eine Online-Konsultation durchgeführt, über welche eine Bewertung der durch den Projektbeirat abgestimmten Änderungsvorschläge durch die interessierte Öffentlichkeit vorgenommen wurde. Eine Übersicht über die in der Online-Konsultation thematisierten Aspekte finden Sie hier. Auf dieser Seite stellen wir Ihnen überblicksartig wichtige Informationen zur Konsultation sowie zentrale Ergebnisse zur Verfügung.

Einen zusammenfassenden Kurzbericht über die Online-Konsultation und ihre Ergebnisse finden Sie hier.

Zielgruppe

Konsultiert wurden verschiedene Akteure des Wissenschaftssystems, mit denen der Helpdesk in der Vergangenheit im Austausch stand – bspw. über Anfragen oder Veranstaltungen (darunter Nutzer/-innen von Forschungsinformationen und Forschungsinformationssystemen, Beauftragte zur Umsetzung des KDSF, Forschungsreferent/-innen, Verantwortliche in Bibliotheken und Rechenzentren sowie Vertreter/-innen von Bundes- und Landesministerien und Forschungsförderern).

Rücklauf

Es liegen insgesamt 89 Fragebögen aus 71 Einrichtungen vor; davon aus 58 Einrichtungen jeweils ein Fragebogen. Unter den rückmeldenden Einrichtungen befinden sich 35 Universitäten mit Promotionsrecht, 8 Fachhochschulen sowie 16 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Unter den Bundesländern mit den meisten Rückmeldungen sind Nordrhein-Westfalen (18 Einrichtungen), Baden-Württemberg (9), Niedersachsen (7) sowie Schleswig-Holstein und Hessen (jeweils 5).

Aufgrund der mitunter arbeitsteiligen Beantwortung der Online-Konsultation innerhalb der teilnehmenden Einrichtungen ist der Anteil der „Weiß nicht”–Antworten in allen anderen Bereichen vermutlich höher als es für die jeweilige Befassung mit den Anpassungsvorschlägen zu erwarten wäre. Dies wird insbesondere für die Patent- und Publikationsbereiche deutlich.

Ergebnisse für den Bereich Beschäftigte

Im Bereich „Beschäftigte” standen zunächst Anpassungen an der Bereichsdefinition (Be0) zur Abstimmung, welche eine Systematisierung der (vorher mitunter auf Ebene der Kerndaten enthaltenen) Vorgaben hinsichtlich der zu berücksichtigenden Beschäftigten vorsahen. Hierbei stand auch eine Ergänzung der Bereichsdefinition in Hinblick auf die Erfassung professor/-innenspezifischer Nebentätigkeiten zur Abstimmung. Über eine korrespondierende Ergänzung der Angabe des Berufungsmodells im KDSF konnte ebenfalls abgestimmt werden.
Ergänzend stand die Erfassung von studentischen Hilfskräften zur Abstimmung, deren Abgrenzung zu den bereits im KDSF erfassten wissenschaftlichen Hilfskräften aufgrund von länderspezifischen Demarkationsunterschieden zuvor als schwierig eingeschätzt worden war.
Eine Abstimmung über die Ergänzung einer Sonstiges-Kategorie für das Element „Finanzierungsform” (Be8) fand ebenfalls statt.

Die Abstimmungsergebnisse sind nachfolgend aufgeführt.

* Abstimmungsergebnis zum ersten Teil des Anpassungsvorschlags (in Konsultation grün markiert, vgl. auch das oben auf dieser Seite verlinkte Dokument bzw. hier)
** Abstimmungsergebnis zum zweiten Teil des Anpassungsvorschlags (in Konsultation blau markiert)
 

Im Rahmen der Weiterentwicklung des Beschäftigtenbereichs des KDSF hatten die Befragten ergänzend die Möglichkeit, zu den thematisch übergreifenden Themen der Definition von Beschäftigten über das Arbeitsvertrags- und Dienstverhältnis sowie der Differenzierung wissenschaftlicher und studentischer Hilfskräfte Stellung zu nehmen:

Halten Sie den Ansatz des Kerndatensatz Forschung zur Definition von Beschäftigten über das Arbeitsvertrags- bzw. Dienstverhältnis für sinnvoll und geeignet zum Bedienen der wichtigsten Berichtslegungs- und Informationsbedarfe?

Antwort Anzahl Nennungen
Ja 29
Nein, eine Erweiterung der Definition im Sinne der Hochschulpersonalstatistik wäre sinnvoll. 19
Nein, eine Erweiterung der Definition in anderer Hinsicht wäre sinnvoll. 2
Nein, eine Einschränkung der Definition wäre sinnvoll. 0
Weiß ich nicht 16
Gesamt 66

Halten Sie die Differenzierung im Kerndatensatz Forschung zwischen „studentischen Hilfskräften” und „wissenschaftlichen Hilfskräften” für sinnvoll und umsetzbar in der Datenerfassung?

Antwort Anzahl Nennungen
Ja 30
Nein 20
Weiß ich nicht 17
Gesamt 67

Die Ergebnisse zeichnen ein ganz überwiegend zustimmendes Bild zu den vorgeschlagenen Änderungen. Während die Erfassung studentischer Hilfskräfte im KDSF von den Teilnehmenden ganz überwiegend befürwortet wird, ist das Bild im Hinblick auf eine Differenzierung zwischen studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräften in der Datenerfassung nicht derart deutlich.

Ergebnisse für den Bereich Nachwuchsförderung

Im Bereich der „Nachwuchsförderung” konnten die Teilnehmenden über eine Anpassung der Definition von „Strukturiertes Promotionsprogramm” (Na6) abstimmen, welche Präzisierungen bezüglich der Erfassung strukturierter Promotionsprogramme vorsah. Für die (in der bis dahin bestehenden Definition enthaltene) Bedingung, Stipendien oder Stellen für Doktorand/-innen zur Verfügung zu stellen, wurde der Vorschlag zur Abstimmung gestellt, diese als separate Ausdifferenzierung unter Na6 zu ergänzen. Weiterhin standen definitorische Anpassungen an den Elementen zur Erfassung von Doktorand/-innen (Na64 und Na101) zur Abstimmung, welche die Rolle der berichtenden Einrichtung im Promotionsverfahren in Hinblick auf die Titelvergabe präzisierten. Über die Ergänzung von „Sonstige Mittel” als neue Kategorie der Finanzierung des Strukturierten Promotionsprogramms, welche aus Gründen der spezifikations-übergreifenden Vereinheitlichung der Klassifikation von Finanzformen vorgesehen ist, konnte ebenfalls abgestimmt werden.

Die Abstimmungsergebnisse sind nachfolgend aufgeführt. Die Zustimmungswerte sind auch hier sehr hoch.

 

Ergebnisse für den Bereich Drittmittel und Finanzen

Im Bereich „Drittmittel und Finanzen” konnte über eine Anpassung der Definition von „Drittmittelprojekt” (Dr30) abgestimmt werden, welche mit dem Einbezug von Mitteln für die Lehre eine Anpassung an die Definition des Statistischen Bundesamtes vorsah. Der Vorschlag der ergänzenden Erfassung eines korrespondierenden „Zwecks des Projekts” als Ausdifferenzierung für Dr30 stand ebenfalls zur Abstimmung. Weiterhin konnten die Teilnehmenden in diesem Bereich über die Ergänzung der Förderorganisation sowie des/der wissenschaftlichen Projektleiter/-in als Ausdifferenzierungen für Dr30 abstimmen. Eine Einteilung nach Drittmittelgebern (die konkrete Zuwendungsgeber in Gruppen zusammenfassen) war zuvor von einzelnen Rückmelder/-innen als nicht hinreichend für die Berichtslegung wahrgenommen worden; ebenso fehlte bislang der über die Person herstellbare Bezug zwischen Drittmittelprojekt und Organisationseinheit. Ergänzend zur Abstimmung stand – aus Gründen der kerndatensatz-übergreifenden Vereinheitlichung der Systematik der Finanzformen – die Aufteilung von „Sonstige Einnahmen” (Dr139) in „Sondermittel” und „Sonstige Einnahmen” (Dr139).

Die Abstimmungsergebnisse sind nachfolgend aufgeführt. Während die Zustimmungswerte auch in diesem Bereich hoch sind, sind die ablehnenden Stimmen hier vergleichsweise ausgeprägt. Kritik wird unter anderem bezüglich einer Erweiterung des KSDF um die Lehre laut, aber auch ein hoher Erfassungsaufwand, fehlende Berichtsanlässe und Zweifel an der eindeutigen Zuordenbarkeit, etwa beim Projektzweck, werden von den Teilnehmenden bisweilen moniert.

 

Ergebnisse für den Bereich Patente und Ausgründungen

Im Bereich „Patente und Ausgründungen” standen Anpassungen an der Bereichsdefinition „Patente und Ausgründungen” (Pa0) sowie den Kerndaten der Schale zur Abstimmung, welche vor allem den Bezug zur berichtenden Einrichtung als Anmelderin bzw. (Teil-)Inhaberin von Patenten und Patentfamilien bekräftigten, aber auch Anpassungsvorschläge der Zuordnungsregel von Patenten zu Erfinder/-innen und der Erfassungsregeln beinhalteten. Weiterhin stand ein Vorschlag zur Präzisierung der durch die Einrichtung zu berichtenden Anzahl der Ausgründungen (Pa39) zur Abstimmung.

Die Abstimmungsergebnisse sind nachfolgend aufgeführt. Vermutlich aufgrund des für diesen Bereich notwendigen Fachwissens bzw. einer arbeitsteiligen Bearbeitung der Konsultation ist die Anzahl der „WeiƟ nicht”–Angaben hier höher als bei anderen Bereichen. Gleichzeitig sind die inhaltlichen Zustimmungswerte der Teilnehmenden relativ zu den ablehnenden Stimmen sehr hoch.

* Abstimmungsergebnis zum ersten Teil des Anpassungsvorschlags (in Konsultation grün markiert, vgl. auch das oben auf dieser Seite verlinkte Dokument bzw. hier)
** Abstimmungsergebnis zum zweiten Teil des Anpassungsvorschlags (in Konsultation blau markiert)

 

Ergebnisse für den Bereich Publikationen

Im Bereich „Publikationen” stand eine Vielzahl an Anpassungen, Ergänzungen, aber auch Löschungen einzelner Elemente zur Abstimmung, welche der Helpdesk auf Basis der Rückmeldungen einer DINI-AG-übergreifenden Initiative sowie der Arbeitsgemeinschaft der Universitätsbibliotheken Nordrhein-Westfalen (AGUB NRW) unter Berücksichtigung der Bereichsgenese und in Abstimmung mit dem Beirat für die Online-Konsultation operationalisiert hat.

Die Anpassungsvorschläge umfassten unter anderem eine Systematisierung der Publikations- und Dokumententypen. So konnten die Teilnehmenden über den Vorschlag abstimmen, die Definition von „Dokumenttyp” (Pu101), welche sich bis dahin nur auf unselbstständige Werke (Artikel) bezogen hatte, auf selbstständige Werke (Bücher) und deren Dokumententypen (Bibliographie, Rezension, Quellenedition und Sonstiger Dokumenttyp) auszuweiten. Weitere Anpassungsvorschläge sahen die Systematisierung und differenziertere Berücksichtigung von Konferenzbeiträgen im KSDF vor; hier standen unter anderem die Ergänzungen von „Konferenzband”, „Konferenzbeitrag”, „Konferenzpaper” sowie Ort und Datum der Konferenz zur Abstimmung. Weitere Änderungsvorschläge für die Publikationstypen umfassten die Ergänzung von „Beiträgen in wissenschaftlichen Blogs” und „integrierenden Ressourcen” sowie eine Präzisierung der Definition von „Forschungsdaten” (Pu38), nicht zuletzt in Abgrenzung zur Software.

Ein wichtiger Abstimmungspunkt war auch die Ergänzung einer „Schöpfer/-innen-ID”, um die Verknüpfung des KDSF mit zunehmend verwendeten Identifikatoren (z.B. ORCID) zu ermöglichen.

Weiterhin stand der Vorschlag eines präziseren Zuschnitts der Definition von „ePaper” (Pu29) auf Preprints (inkl. Umbenennung von Pu29 in „Preprints”) zur Abstimmung. Im Bereich der Schale standen Anpassungsvorschläge an der Definition und Bezeichnung von „Ressource” (Pu102) (neu: „Darstellungsform”) sowie ihren Unterdifferenzierungen zur Abstimmung, die sich an den bestehenden RDA-Bezeichnungen orientieren. Zuletzt konnte in diesem Bereich auch über das Löschen der Gruppen und Körperschaften mit Herausgeber- bzw. Autorenfunktion als Ausdifferenzierungen von „Schöpfer/-innentyp” (Pu55) abgestimmt werden.

Alle Abstimmungsergebnisse sowie eine Übersicht zwischen dem Aufbau der Publikations- und Dokumententypen vor und nach der Konsultation sind nachfolgend aufgeführt. Ähnlich wie im Patentbereich sind die Zustimmungswerte hier ebenfalls sehr hoch.

Abstimmungsergebnisse mit Bezug zu Konferenzbeiträgen

 

Abstimmungsergebnisse mit Bezug zur Ressource (neu: Darstellungsform)

 

Abstimmungsergebnisse bezüglich zu löschender Elemente

 

Weitere Abstimmungsergebnisse

 

Übersicht über die Struktur der Publikations- und Dokumenttypen (ohne Abbildung definitorischer Änderungen)

Stand vor Änderungen Stand nach Änderungen
Publikationstyp (Pu6) Publikationstyp (Pu6)
Buch (Pu22) Buch (Pu22)
Monographie (Pu13) Monographie (Pu13)
Sammelband (Pu23) Sammelband (Pu23)
  Konferenzband
Bibliographie [Publikationstyp] (Pu24)  
Quellenedition [Publikationstyp] (Pu47)  
Artikel (Pu25) Artikel (Pu25)
Journalartikel (Pu11) Journalartikel (Pu11)
ePaper (Pu29) Preprint (Pu29)
Sammelbandbeitrag (Pu110) Sammelbandbeitrag (Pu110)
  Konferenzbeitrag
  Konferenzpaper
  Konferenzposter (Pu26)
  Wissenschaftliche Vortragsfolien (Pu44)
  Meeting Abstract (Pu48)
Software (Pu45) Software (Pu45)
Sonderheft einer Zeitschrift (Pu51) Sonderheft einer Zeitschrift (Pu51)
Forschungsdaten (Pu38) Forschungsdaten (Pu38)
Konferenzposter (Pu26)  
Beiträge/Interviews in nicht-wissenschaftlichen Medien (Pu39) Beitrag in nicht-wissenschaftlichen Medien (Pu39)
  Beitrag in wissenschaftlichen Blogs
Arbeitspapier/Forschungsbericht (Pu37) Arbeitspapier/Forschungsbericht (Pu37)
  Integrierende Ressource
Neuer Publikations- oder Dokumententyp (Pu111) Sonstiger Publikationstyp (Pu111)
Dokumenttyp (Pu101) Dokumenttyp (Pu101)
Editorial (Pu121) Editorial (Pu121)
Wissenschaftlicher Artikel (Pu112) Wissenschaftlicher Artikel (Pu112)
Review (Pu114) Review (Pu114)
Bibliographie (Dokumenttyp) (Pu129) Bibliographie (Pu129)
Rezension (Pu30) Rezension (Pu30)
Quellenedition (Dokumenttyp) (Pu130) Quellenedition (Pu130)
Letter to the Editor (Pu120) Letter to the Editor (Pu120)
Meeting Abstract (Pu48) Sonstiger Dokumenttyp